Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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hebt ſich das Banner des Landgrafen in der Fauſt eines Mühlburgers. Der Bannerträger blickt nach dem Raben unſeres Hofes umher, denn er hat von je ſeine Freude an dem ſchwarzen Vogel gehabt.

Von der andern Seite des Grabens rief eine be⸗ fehlende Stimme:Im Namen des Landgrafen, öffnet das Thor.

Wie kommts, daß ihr unter dem fremden Wappen⸗ thier reitet, Ritter Konz? frug Henner von der Zinne. Scheut ihr euch, unter eurem Raben dahinzufahren, weil er den Schwanz gegen euch hebt.

Den höhnenden Worten folgte helles Geſchrei der Mühlburger, die anderen Haufen antworteten, und im Getümmel breiteten ſich die Angreifer gegen den Gra⸗ benrand.

Sie wiſſen, daß es uns an Händen fehlt, ſie ab⸗ zutreiben, ſprach Ivo. Zu unſerer Veſte ihr Herren.

Die Bedrängten eilten nach dem alten Thurme, ihrer letzten Zuflucht.Ich rathe, den Steg nicht zu werfen, ſprach Hennerdamit den ritterlichen Feinden der Anlauf leichter werde. Und er ſtellte ſich mit Schild und Schwert am Grabenrande auf. Sie vernahmen das Geſchrei und Brauſen der Menge, welche von allen Seiten mit Balken und Dachleitern gegen Thor und Mauer anlief. Nicht lange, und ſie ſahen hier und da Bewaffnete über die Mauer ſpringen, hörten das Klirren der Ketten und das Dröhnen der geöffneten Brücke. In hellen Haufen dran⸗ gen die Belagerer über den Hof, ein Theil rannte nach Haus und Stall, Beute zu holen, der größere Schwarm zog