Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
Einzelbild herunterladen

410

fahrer heran, ich vernahm das Lied der Wallenden, der Mönch ritt ihnen entgegen.

Was bringſt du, Martin! frug Jvo einen hand⸗ feſten Knecht, welcher das geworbene Geſinde im Hofe anführte.

Herr, begann der Kriegsmann bekümmert,meine Kumpane im Hofe weigern ſich zu fechten, ſie ſagen, ihr Eid verpflichte ſie nur gegen eure irdiſchen Feinde das Eiſen zu heben, nicht aber gegen die Heiligen des Himmels.

Und was wollen ſie thun, um den Heiligen zu gefallen?

Sie gedenken nichts gegen euer Haupt zu wagen, aber ſie werden ſich abſeit halten in ihren Kammern und ſobald der Hof geöffnet wird, davon ziehen.

Sage ihnen, ſie mögen handeln nach ihrem Ge⸗ wiſſen, verſetzte Ivo kalt.

Als der Mann kummervoll die Treppe hinab ſtieg, ſprach Jvo:Wir ſind allein, ihr Herren, und Beiden die Hände reichend fuhr er mit ſtolzem Lächeln fort: es iſt nicht nöthig, daß wir alle Drei bei dem alten Thurm die Totenwache halten; ihr ſeid jung, Ludwig, und ihr, Henner, habt Weib und Kind.

Wir aber dachten nicht, daß unſer Herr uns je⸗ mals den Dienſt aufkündigen würde, antwortete Henner gekränkt.Wir ſind nicht auf Zeit gedungen, Herr Jvo, ſondern unſere Ehre iſt, wenn wir nicht mehr auf Er⸗ den euch begleiten können, eurer lieben Seele nachzu⸗ folgen, wohin der große Gott ſie fahren läßt. Dort