Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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Ihr ſeid ein unverſchämter Narr, ſprach Henner zurück.

Vernehmt die luſtigen Worte des Abtrünnigen, rief der Mönch zu ſeinem Haufen, verflucht ſei dies Ketzerneſt und preisgegeben euren Fäuſten. Ein gellendes Geſchrei antwortete. Der Mönch ritt zurück, lud ſeine Haufen zuſammen und Henner erwartete einen Anlauf. Aber nichts dergleichen wurde verſucht, der Schwarm theilte ſich wieder, ein Theil zog in das Dorf, andere bewachten in einiger Entfernung das Thor, noch andere drangen oberhalb durch den Bach und ſtellten ſich dort als Wächter auf.

Unterdeß war Friderun im Gewölbe des Thurms um den verwundeten Vater bemüht, welcher nach dem furchtbaren Schlage auf das Haupt lange in Betäubung gelegen hatte, jetzt aber in wilde und irre Reden ausbrach; ſie ſah, wie dem Schüler, der ihr zu helfen bemüht war, die Hände in der Angſt flogen, und ſprach gefaßt: Längſt habe ich einen ſolchen Tag in der Stille ge⸗ fürchtet; ich weiß, daß wir dem Tode geweiht ſind, und daß auch Herr Ivo uns nicht davor bewahren wird. Aber weshalb wollt ihr euch dem Mönche in die Hand geben? vielleicht könnt ihr euch noch retten. Entflieht, auch um unſeretwillen. Sie holte aus ihrem Gewande ein kleines ſchwarzes Kreuz, welches in geſchloſſener Hand zu bergen war. ‚Eilt nach Erfurt, Nicolaus, zum Hauſe der deutſchen Brüder, gebt dies dem erſten Bruder ab, den ihr dort findet, und ſagt ihm, wir ſenden dies und der Vater liege hier in Noth. Vermögen die Brüder