Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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Und wieder faßte Hedwig ihn am Arm und rief mit blitzenden Augen:Willſt du der Nichte des Kaiſers Schimpf anthun in deinem eigenen Hauſe, um die Bauern⸗ dirne zu retten?

Ich gehe die zu retten, welche in Noth iſt, ant⸗ wortete er ſein Schwert umgürtend.Uebt Großmuth, Hedwig und entlaßt mich ohne Vorwurf.

Sie aber hielt ihm den Arm feſt.Jvo, ich kenne den Prieſter Konrad, dem es eine wilde Luſt iſt, der büßenden Landgräfin den nackten Rücken zu peit⸗ ſchen. Du ſelbſt wirfſt dich, wenn du gehſt, in Todes⸗ noth, aus welcher keine Erdenmacht dich erlöſt.

Das iſt wohl möglich, antwortete Jvo zerſtreut und ſuchte in ſeinen Waffen,Meiſter Konrad verſteht, zu haſſen.

Hedwig trat zurück und neigte ihr Haupt über die Harfe, ſie fuhr mit den Fingern heftig durch die Saiten, die Weiſe des Herrn Jvo ſpielend; immer ſchneller und ſtürmiſcher wurden die Griffe, bis die Saiten mit ſchril⸗ lem Mißton zerriſſen, da fuhr ſie auf und ſtarrte nach ihm, und als er den Helm ergriff und die ber⸗ gende Eiſenhülle über ſein Haupt legte, faßte ſie das Saitenſpiel, und ſchleuderte es in wildem Schwunge vor ſeine Füße, daß es klirrend zerbrach. Sie aber warf ſich auf das Lager und verhüllte das Haupt. Jvo ſprang aus der Thür. Im nächſten Augenblicke dröhnte Huf⸗ ſchlag der Davonreitenden auf der Brücke.

Als Nicolaus am Morgen nach ſcharfem Ritt in das Dorf gekommen war, hatte er keinen Wetterbrand