Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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Andern dem Arm des Rächers preisgegeben hatte; aber ihm fiel aufs Herz, daß eine wahrhafte Magd in der Nähe mit Unwillen an die Liſt dachte, durch welche ſie da⸗ mals zur Zeugin gemacht worden war. Und der Ge⸗ danke an Friderun hing ſich wie ein Reif an die Freu⸗ den ſeiner Mailiebe. Darum erwiderte er mit Haltung: „Beide hatten wir einem Fremden Anrecht gegeben, un⸗ ſere Liebe zu haſſen, daß er die Rache nehmen würde in ſeiner Weiſe, haben wir erwartet und wir mußten die Rache ertragen.“

Hedwig ahnte, daß ihr Falke anders flog als ſie wollte und ſie frug ſich in der Stille angſtvoll, ob er Alles wiſſe und ob er ihr deshalb zürne. Aber als ſie Ivo's Blick unſicher und fragend auf ſich gerichtet fand, erhob ſie

ſtolz das Haupt:„ZJetzt ſind wir Beide frei. Wiſſe,.

Jvo, ich war ſeitdem bei dem Kaiſer. Er nannte deinen Namen nicht, als er von meiner Zukunft ſprach, aber gleich darauf begann er in großer Güte von dir zu reden, daß er dir das Beſte gönne, und daß er dir Hohes ge⸗ währen werde. Und er ſagte: Ich vernahm, daß ihm ſein Haus zerrüttet iſt, weil er in meinem Dienſt über⸗ lange verweilt wurde, mir wäre ganz recht, wenn eine Frauenhand ihn dieſer läſtigen Sorge enthöbe.“ Frau Hedwig ſah auf ihre eigene Hand, als ſie fortfuhr: „Sieh zu, Jvo, ob du eine ſolche Hand findeſt.“

Das waren ruhige Worte, aber ſie regten in der Seele des Mannes einen wilden Sturm von Gedanken auf. Hier ein enges Leben, gefüllt mit Demüthigungen und einem endloſen Streit gegen widerwärtige Nachbarn,