Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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und der Hof iſt verwüſtet,“ rief er, indem die helle Freude ſein Antlitz verklärte. Er ſelbſt führte ihr Roß am Zügel in den Hof und als er zur Seite trat, um ſie herabzuheben, griff ſie lachend in ſein langes Haar, und hielt ſich daran, während ſie zu Boden glitt. Als er ſie in das Haus führte, warf ſie einen ſchnellen Blick umher und ſprach halb zu dem Gefolge: „Nicht lange denken wir euch zu beläſtigen, und da dem Hauſe die Herrin fehlt, ſo bitte ich, geſtattet meinen Frauen, daß ſie mein Reiſegeräth in der edlen Her⸗ berge ausbreiten.“ Ivo wies für das Gefolge auf die Hallen des Unterſtocks und führte Frau Hedwig hinauf in ſeine Behauſung, den einzigen wohnlichen Raum ſeit der Rückkehr.„Ich merke wohl, daß ich euch nichts bieten kann, als meine Freude,“ ſagte er entſchuldigend.

„Hier iſt euer Heimweſen? nirgend will ich lieber weilen,“ antwortete Hedwig.„Ich ſehe die Rüſtungen an der Wand, die Harfe und hier einen Söller, den ich kannte, bevor ich ihn ſah.“ Sie winkte der ſtummen Dienerin, das Mädchen flog hinab, im nächſten Augenblick wur⸗ den umhüllte Ballen herzugetragen und die Kammer und das Gemach mit Polſtern und Teppichen belegt. Wieder ein Wink der Herrin und die Diener verſchwan⸗ den, Hedwig ſtand Jvo allein gegenüber. Sie ſah ihn innig an und hielt ihm die Hand entgegen.„Da haſt du das Käuzlein,“ ſprach ſie mit zuckenden Lippen. Hin⸗ geriſſen von der holden Mahnung ſenkte Jvo in tiefer Bewegung das Knie.

Leiſe berührte ſie ihm das Haupt.„Steht auf,