Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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geſchmückten Knaben, der zwiſchen den Bewaffneten her⸗ vorritt und meldete, die Herzogin Hedwig von Staufen erbitte auf ihrem Wege nach Erfurt die Gaſtfreundſchaft des Hofes.

Athemlos trug Lutz ſeinem Herrn die Nachricht zu. Jvo empfing ſie ſchweigend, das Blut ſchoß ihm zum Herzen und übergoß gleich darauf ſeine Wangen mit dunkler Röthe.„Bereitet euch, ſie zu empfangen,“ rief er ſich umwendend, entließ den Boten und ſprang auf das Thor, um dem Flüchtigen nachzuſehen, ganz betäübt durch die große Erwartung. Henner kam eilfertig heran: „Der Hof iſt übel für den Beſuch einer Fürſtin vor⸗ bereitet, darf ich Frau Jutte rufen, damit ſie der er⸗ lauchten Frau zu Dienſten ſei.“ Jvo wehrte:„Treibt eure Hausfrau nicht in ihr Feſtgewand, ich denke, die Herrin wird Nachſicht in einem Reiterhaushalt üben.“

Ein glänzender Zug ſtob heran, Schleier und bunte Gewänder wehten im Winde, Henner erkannte Frau Wendelmuth und den Kämmerer Volko und hin⸗ ter den mauriſchen Kriegern auch beladene Saumthiere. Jvo trat der Herrin auf der Brücke entgegen und als er das Knie beugte, lachte ihn Hedwig von ihrem Roſſe herzlich an:„Wir ſuchen bei dem ritterlichen Herrn Schutz gegen die wilden Wetter des Landes, nehmt gü⸗ tig die Zudringlichen auf und bietet uns Willkommen wie alten Freunden.“

Jvo ſtand unter den ſtrahlenden Augen des ſchö⸗

nen Weibes und auf's Neue umfing ihn der Zauber.

„Nehmt vorlieb, der Wirth war lange in der Fremde

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