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Jvo blickte wieder von der Gallerie herab auf das kleine Baumgehege an der Mauer und hörte lachend auf den Gruß des thüringiſchen Finken, den er Jahrolang nicht vernommen hatte. Oefter als ſonſt ließ er ſein Pferd ſatteln, um nach dem Hofe des alten Bauern zu reiten. Denn dort erwartete ihn ein Weib, das er ſeit der Heimkehr gern als ſeine Schweſter begrüßte.
Aber mit dem Frühling kam auch die Unruhe und Reiſeluſt in das Volk; überall ſprachen die Leute von der neuen Kreuzfahrt, die den Seelen ebenſo heilſam ſein ſollte als die früheren und doch weit weniger mühſam. Oft verließ die Dorfjugend den Anger und das Spiel mit dem bunten Ball, um auf die heißen Mahnungen eines brauen Mönches zu hören, der auf dem Kirchhofe zur Fahrt in das Preußenland trieb und dabei von der Fülle guter Dinge berichtete, welche dort für begehrliche Weltkinder zu finden ſeien. Zu⸗ weilen zogen auf der Landſtraße wandernde Haufen mit Geſang und Geſchrei dem Oſtlande zu, meiſt leichtfer⸗ tiges und unſtätes Volk, die erſten Schaumwellen der beginnenden Strömung, doch war auch mancher ehren⸗ werthe Mann darunter, und in den Dörfern der Um⸗ gegend nannte man bereits die Namen ſeßhafter Wirthe, welche ebenfalls daran dachten, ſich zu erheben. Stär⸗ ker als in anderen Jahren arbeitete das Sommerleben in der Natur und in den Seelen der Menſchen, der Frühling war ſpät gekommen, aber als ein heißer und ſtarker Gebieter. Faſt plötzlich bedeckte ſich der Grund mit Grün und die Obſtbäume mit ihrem weißen


