Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 382—

widerſtrebende über den Steg treibend, rief er ſeinem Geſellen zu:„Bewahrt den Gaul, Henner, er kommt aus gutem Marſtall.

Mit geſchloſſener Fauſt ſtand der Graf und hörte finſter auf den jauchzenden Heilruf, der von der andern Seite des Grabens für ſeinen Neffen erſcholl.„Beweiſt, daß ihr es ſeid,“ murmelte er endlich, und der Rett⸗ bacher rief:„er iſt ein Betrüger, auf ihn, und macht ein Ende.“

Ivo nahm ſeinen Hut ab:„Wer mich nicht wieder erkennt, der reite heran, damit ich ihm mit der Schwert⸗ hand beweiſe, wer ich bin.“

Da kam Niemand, aber mehre der Hinterſten ritten weiter zurück und ſprachen leiſe miteinander. Doch Graf Meginhard ſtand trotzig:„An euren hohen Worten er⸗ kennen wir euch, doch fürchte ich, daß ihr eurer Heim⸗ fahrt nicht ſo froh werdet, als ihr meint; denn euer Gut und Hof iſt mir als Erbe zugefallen, und ihr habt euch mit mir zu vergleichen, bevor ihr wieder in den Herrenſchuh treten dürft.“

„Thut das, Herr, und zur Stelle,“ rief Lutz,„es fehlt hier nicht an guten Geſellen, welche nach einem Vergleich begierig ſind.“ Und blitzſchnell packte er den Grafen mit ſtarkem Griff und ſchwenkte ihn auf den Steg.„Herbei, Henner und haltet eure Waffe über ihn.“ So unerwartet war die kecke That, daß Niemand ſie

hinderte, doch im nächſten Augenblick erhob ſich helles

Geſchrei, und die Mühlburger drangen gegen Jvo, der ſie mit ſeinem Schwert vom Stege abtrieb.„Weicht zu⸗