Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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freuen.“ Sie wandte ihr Roß zum Thore, er ſah ihr nach, bis ihre Geſtalt zwiſchen den Höfen verſchwand. Ivo jagte in geſtrecktem Lauf vorwärts, und als Lutz warnte:„Herr, den Pferden dünkt die Eile zu groß,“ verſetzte er:„mit heißem Wunſch habe ich dieſen Tag erſehnt und oft an das Glück gedacht, Berg und Thal der Heimath wiederzuſchauen, heut iſt mir alle Freude geſchwunden, ein Unglücksahnen laſtet mir auf der Bruſt und ich höre die Warnung des toten Haſſan: der Fuß des Heimkehrenden ſtrauchelt an der Schwelle des Hauſes. Er wies mit der Hand nach der Ferne.„Dort ragt der alte Thurm, hinein in den Hof, denn nicht im Frieden finden wir ihn wieder.“ Sie jagten bei bewaffneten Knechten vorbei, welche auf dem Anger hielten; ſchon vor dem Thore vernahmen ſie Zank und wildes Geſchrei, als ſie einritten, fanden ſie den Hof mit Bewaffneten zu Fuß und Roß gefüllt, und erkannten viele der Nach⸗ barn: Dienſtmannen der Grafen von Gleichen und den Rettbacher; auch Ritter Konz war da und Graf Megin⸗ hard und dieſer ſtand zu Fuß inmitten des Haufens gegenüber dem Thurme. Der alte Graben um den Thurm war vertieft, ein ſchmaler Steg darüber gelegt und auf der Thurmſeite ſtand Herr Henner mit wenigen Knechten bei einem Stellbogen, der ſo aufgerichtet war, daß er den Steg beſtrich. Die Ankommenden drückten die Eiſenhüte in die Augen und Niemand achtete auf ſie, den Knechten im Hintergrund galten ſie für Geſellen der Angreifer und die Vorderen haderten mit Herrn Henner.—