nicht gefiel, und ich rathe euch, nicht an meiner Heilig⸗ keit zu zweifeln, denn ich bin der Handlanger meines hochwürdigen Meiſters Konrad und führe hier Markt⸗ waare für das Höllenfeuer. Verdammte Ketzer ſind es, welche Meiſter Konrad zu Erfurt auf dem Holzſtoß ſengen wird. Soll ich euch Gutes rathen, ſo haltet euch fern von ihnen, denn dies traurige Laſter ſteckt an. Doch halt, Bruder Pilger, auch ihr ſeid mir ſchon über den Weg gelaufen. Wart ihr es nicht, der mich im Kreuzlager anherrſchte und gröblich ſchmähte? Seid ihr damals den Leichenvögeln entgangen, ſo ſeht zu, daß ihr nicht jetzt den Krähen in die Hände fallt, welche nach meinem Gebote fliegen, denn ſie verſtehen mit den Schnäbeln zu hacken und ihr Krächzen bedeutet ein feuri⸗ ges Ende.“ Seine Begleiter lachten und ſchrien Beifall; die Reiter ſpornten ihre Pferde, um der unheimlichen Nähe zu entkommen, während IJvo Friderun zu unter⸗ ſtützen ſuchte, welche ſich kaum auf ihrem Roſſe zu er⸗ halten vermochte. Ivo aber ſprach finſter:„Wir haben auf dieſer Fahrt die Rache des Kaiſers und des heiligen Vaters auf der Landſtraße geſehen, die eine ſchlich ſcheu und verkleidet, die andere fährt trotzig am Tageslicht. Wir zweifeln nicht mehr, welcher der beiden Herrn im deutſchen Lande gebietet.“
Als ſie an das Dorfthor von Friemar kamen, bat Friderun, die bis dahin ihr ſtarres Schweigen nicht ge⸗ brochen hatte:„laßt mich allein meinen lieben Vater be⸗ grüßen, kommt aber bald, damit die Nachbarn ſich eurer


