Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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ihren Antheil von den Ehren des Mahles. ärts der Tafel ſaß auf der Bank ein geiſtlicher dem ſein Amt die Theilnahme an der bekränzten ellſchaft verbot. Daß der Herr zum Hofe gehörte, ieth die tiefe Verneigung, welche die aufwartenden nicht unterließen, ſo oft ſie bei ſeinem Sitze vor⸗ gingen. Er aber ſah von ſeinem Buche häufig der Ackustafel. Jetzt erhob er ſich geräuſchlos, nach dem Hofe, wo die Kinder des Landgrafen mit ihren Wärterinnen weilten, der vierjährige Sohn und die kleinere Tochter, gebot die Kleine ihm nachzutragen, und faßte ſelbſt den Knaben bei der Hand. Als dieſer ungern folgte und ſchrie, wollte der Geiſtliche ihn heftig fortziehen, aber er bezwang ſich, freundlich zu reden, gab ihm einen grünen Zweig in die Hand, hob ihn auf ſeine Arme und trug ihn einige Schritte. So trat er hinter den Landgrafen und begann mit gedämpfter Stimme, welche aus dem Munde des Prieſters feierlich

in das Ohr drang:„Auch die Kinder wagen im Mai ihren lieben Vater zu begrüßen und ſie erbitten für

ſich die Liebe der Eltern.“

Der Landgraf wandte ſich überraſcht um, ſein Geſicht verklärte ſich, als er die Kleinen ſah, er küßte den Sohn auf den Mund, nahm die Tochter in ſeine Arme, lachte ihr zu und rief über die Tafel: Verzeiht, edle Brüderſchaft des König Artus, wenn ich Ungehöriges vollbringe; hier aber ſind Geſchenke meiner Elſe und mir lieb vor Allem,“ und die Kinder der Wärterin zu⸗

rückgebend, nickte er dem Geiſtlichen dankend zu, welcher