noch leiſe ſagte:„Auch ihr werdet im heiligen Pſa begrüßt mit dieſen Worten: Wohl dir, wenn du Herrn fürchteſt, dein Weib wird ſein wie ein frucht Weinſtock und deine Kinder wie die Oelzweige um deitt Tiſch her.“ Als der Prieſter darauf den Knaben Mutter führte, grüßte Frau Elſe den klugen M mit inniger Dankbarkeit und ſprach:„Ihr thut mer das Gute,“ ſie beugte ſich tief auf ſeine Hand hift unter, daß er ſie ſchnell wegzog und zurücktrat.
Die düſtere Geſtalt des Geiſtlichen und ſeine Schrift⸗ worte verdarben den Artusrittern die poetiſche Stim⸗ mung. Jvo ſtarrte noch ernſthafter vor ſich nieder als vorher, ſogar die Nichte des Kaiſers betrachtete erſtaunt das große Geſicht mit geſchwollenen Stirnadern, und mit zwei tiefliegenden, mächtigen Augen, um welche Schwer⸗ muth und geheime Trauer zuckten, und ſie frug den Land⸗ grafen:„Wer iſt dieſer Unglücksvogel mit geſchorener Krone?“
„Es iſt Meiſter Konrad von Marburg, ein Richter des heiligen Vaters über Glaubensſachen und uns ein vertrauter Rathgeber.“
„Dann möge ſein Rath euch alles Glück bringen, das ihm ſelber fehlt; denn ihn anzuſehen macht traurig.“
Der Wirth aber winkte dem Schenken Rudolph, welcher aufſprang und einen großen Becher herantrug. Der Landgraf erhob ſich und zugleich mit ihm die Her⸗ ren und den Becher haltend begann er:„Altem Brauche zu Ehren ſei dieſer Wein euch, edler Ivo, geboten, denn es iſt ein Recht eures Geſchlechtes aus der Väter Zeit,


