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und ſie ſagen, es war der treue Geſelle, we ſehnte und harrte.“
Die Erzählerin hielt inne, über ihrem zwitſcherte es in den Aeſten.„Seht,“ rief ſie mi änderter Stimme,„dort iſt das Aſtloch und dort hebt e Sänger den Fittig, vielleicht iſt es eine der beide benden Seelen, welche einander ſuchen. Sei tauſen mal gegrüßt, du Armer, der du einſam dahinz mußt.“ 95
Sie ſchwieg und Alle lächelten über das Ende, welches anders war als ſie erwartet hatten. Doch zeig⸗ ten ſie auch, wie ſich für Hofleute ſchickt, daß ſie ge⸗ rührt waren und bedauerten das Schickſal der Liebenden. Frau Wendelmuth begann leiſe zu ihrem Kranzge⸗ noſſen, indem jetzt ſie die Falle ſtellte:„Auch zu eurem Amt, Herr Marſchalk, gehört, daß ihr bisweilen einem Vogel das Fenſter offen erhaltet. Fliegt euer Vogel in weite Ferne und müßt ihr lange harren, bis er zurück⸗ kehrt, ſo habt ihr einen ſorgenvollen Dienſt.“ Aber Herr Henner erkannte die forſchende Neugier und ant⸗ wortete bedeutſam:„Wir Thüringe hängen an der Hei⸗ math; ja ſelbſt wenn wir ganz außer uns ſind und wenn wir vor Liebe aus der Haut fahren, wir kommen in kurzer Zeit wieder zu uns ſelbſt.“ Da nickte Frau Wendelmuth und blickte nach der Landgräfin hinüber, denn in ihrem Ohr klangen noch die herrlichen Worte, mit denen Frau Elſe vor Kurzem den Gaſt gelobt hatte.
Die Landgräfin aber war ſtill geworden und ſah mit gerötheten Wangen vor ſich nieder. Doch auch ſie


