Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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jedes Werk der Sänger geübt, ſo daß auch die über euch ſtaunen.

dwig lachte.„Ihr wollt's, nehmt vorlieb. Und r hier unter Blumen und Klee im Baumſchatten ſo hört ein kleines Abenteuer, es heißt wie dieſer der Ahorn.“ Und ſie hob die Hand nach der Darauf begann ſie mit klangvoller Stimme eine chte in Reimen, welche Folgendes verkündete: Ein g im Lande Spanien hatte eine Tochter, welche ſo ſtolz war, daß ſie ſich ſelbſt in den Arm zwickte, wenn ſie einmal einen Mann gegrüßt hatte. Sie ritt am liebſten allein auf ihrem Rößlein durch Anger und Wald. Im Holze ſtand ein alter Ahorn, ein kaltes Brünnlein quoll an ſeinem Fuß und blaue Glockenblu⸗ men blühten darum. Als die Magd einſt an einem heißen Tage dort anhielt, löſte ſie die Spangen ihres Gewandes und kühlte Wangen und Bruſt am klaren Quell. Da hörte ſie ein leiſes Athmen, ſie glitt um den Stamm und ſah auf der andern Seite deſſelben einen Jüngling, der ſich am Brunnen gekühlt hatte und mit offnem Gewande unter den Blumen entſchlafen war. Sie konnte die Augen nicht von ihm abwenden, bis er auf wachte und ſie anſah. Da ſprach das Königskind „Du ſiehſt das Maal an meiner Bruſt, wie ich das deine ſah; küſſe mich oder ich küſſe dich.“ Von dieſem Tage trafen die Beiden einander oft unter dem Baunie

und ſie wurden eins dem andern lieb vor Allem auf der Welt. Unterdeß überzog ein wilder Mohrenfürſt den Va⸗ ter des Königskindes mit Krieg, ſo daß dieſer ihm einen