Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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auch Herr Jvo lächelte und der Hofherr ſprache wird unſer Gaſt euch den Preis geben, Baſe, habt ſeinen Sang geehrt, indem ihr ihn zur Stelle ahmtet.“

Und Jvo verſetzte:„Auch ich danke meiner gerin, obgleich ihr Lied den Troſt nicht verheißt,

mächtig iſt wie wenige. Vielleicht, wenn ihr, erlau Herr und euer Gemahl die Dame bitten, verſagt ſie uns nicht die Freude, ihr Spiel zu hören.“

Die Gräfin nickte gleichgiltig und griff ſogleich nach der kleinen Harfe, die ſie vor ſich niedergeſetzt hatte. Und ſie ſpielte in Wahrheit mit ſolcher Kunſt, wie die Meiſten aus der Geſellſchaft noch niemals gehört hatten.

Der Landgraf war voller Bewunderung, ergriff ſeinen goldenen Becher und rief:„Hebt euch von den Sitzen, ihr ſtolzen Helden; nie ſah ich und nie hörte ich die Finger einer Frau ſo behend durch die Saiten greifen, denn ſchnell wie der Blitz bewegtet ihr die kleine Hand, Baſe, und ich vermochte mit den Augen kaum dem Spiele zu folgen. Darum trinken wir Heil der Herrin, welche ſo ſeltener Kunſt mächtig iſt.“ Als der Beifallsſturm ſich gelegt hatte, fuhr der Wirth fort: „Gern vernähmen wir noch mehr von euch und unſer Ohr würde nicht müde vom Zuhören. Laßt ſingend oder ſagend eure Stimme noch weiter tönen, denn am Hofe unſeres Herrn, des Kaiſers, habt ihr, wie