Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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der von ihr genoſſen hatte; ſie faßte hint einer Decke, die zoſemmmengebunden im Bereie

ner und winkte ihm, daß er ſie unterlege. 4 Marſchalk, der die Wohlthat zu würdigen wußte, he mit der Hand ganz unmerklich nach, und warf ihy einen dankbaren Blick zu, während ihm die welken S üſſel⸗ blumen über die Augen hingen.*

Aber die Herrſchaft am oberen Tiſche ſaß uena ſehr feierlich, nur der Landgraf ſprach Einiges zu ſe Gäſten, bis er endlich zufrieden von dem ausruhte, was der Koch für das Feſt bereitet hatte. Da erhob er die Stimme:„Uns Alle will ich mahnen, daß wir den jungen Sommer begrüßen, wie es einer frohen Tafel⸗ runde gebührt. Bringt das Saitenſpiel und legt es in die Hände des Gaſtes. Gefällt es euch, Herr Ivo, ſo laßt unſere Frauen, denen ihr nicht zulachen dürft, doch euren Geſang vernehmen.“

Jvo hatte bis dahin in ſtolzer Zurückhaltung vor ſich niedergeſehen und nur auf die Fragen des Land⸗ grafen geantwortet, ſo daß die Landgräfin heimlich zu Frau Hedwig ſagte:„Sieh, gleicht er nicht unter den Sorgloſen einem Leidtragenden, der ſein geheimes Weh mit Mühe bändigt?“

„Oder einem Gefangenen, der widerwillig beim Mahle des Siegers ſitzt,“ verſetzte die Fremde.

Jetzt antwortete Ivo, wie ſichs gebührte:„Die Bitte des erlauchten Wirthes iſt dem Gaſte Gebot; übt Nachſicht, denn meine Stimme iſt rauh und meine Weiſe

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