Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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en mir als die ſchönſte Magd von allen, und ke noch, von rother Seide war der Mantel.“ Frau Wendelmuth in die Falle, welche er ihr ann als eine ſcharfe und gewiſſenhafte Frau e nicht unfreundlich, doch noch ſäuerlich: ihr euch der Magd ſo wohl erinnert, wie ihr o müßtet ihr auch wiſſen, daß der Mantel gold⸗ var,“ worauf Herr Henner ſiegesfroh ausrief: hätte ich gewagt, euch an den armen Knappen zu eeinnern, der euch die Hülle aufhob. Da ihr aber ſelbſt des gelben Mantels gedenkt, ſo darf ich euch ſagen, daß ich heut beim erſten Blick euch wieder erkannte, ſo wie ihr damals waret, und daß ich euch in meinen Gedanken mit derſelben goldenen Hülle vor mir ſehe.“ Durch dieſe Rede machte er die ſtolze Frau vertraulich und ſie ſprachen ſeitdem wie alte. Bekannte von den ruhmvollen Tagen des Kaiſers Barbaroſſa und von vielem Aer⸗ gerlichen, das ſie ſpäter erlebt.

Dazwiſchen aber blickte Herr Henner ſorgenvoll über den Tiſch, ob ſein junger Geſelle ſich auch beſcheiden auf dem Teppich lagere, und wie er ſich gegen ſeine Nach⸗ barin geberde. Ihn freute, daß Beide leiſe miteinander redeten, aber er ſah mit Entſetzen, daß Herr Lutz plötz⸗ lich die Beine unter das Geſäß zog, weil ihn der Erd⸗ boden zu ſehr kühlte; und er huſtete leiſe. Seine Nach⸗ barin, welche mit ſpähendem Blick jedes Ereigniß in der Tafelrunde beobachtete, erkannte ſogleich den Grund ſei⸗ nes Huſtens; und da ſie alle Noth bei Hofe verſtand, ſo that ſie für ihn ſelbſt, was noch niemals ein Frem⸗