Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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gegen vertheilte Frau Elſe bunte Bänder Korbe, den eine ihrer Frauen vom Rüſt⸗ g, und lachend mühten ſich die Sammelnden ite, Blumen und Bänder auf biegſame Ru⸗ den und dieſe in runde Kronen zuſammenzu⸗ Frau Elſe bot ſelbſt dem Gaſte den Kranz und de drückte den ihren auf das Haupt des Land⸗

Auf ſonniger Anhöhe ſtand ein mächtiger Ahorn, ig gewachſen, aber mit breitem Wipfel. Daß ſeine aubknospen noch wenig Schatten gaben, war Keinem unlieb, denn zartes Gewölk wehrte die Strahlen der Sonne ab und barg das Antlitz der milden Herrin, ſo daß man nur in dämmrigem Licht und mattem Schatten ihre Gegenwart merkte. Unter den Ahorn wurde die Tafel⸗ runde geſetzt, genau ſo, wie der junge Lutz geargwöhnt hatte, die edlen Gäſte auf niedrige Seſſel, die Frauen auf kleine Schemel und nur die Helden auf einen Teppich, der über den Raſen gebreitet war; denn die Landgräfin ſah ungern, wenn ihre Frauen ſich neben den Männern auf den Boden lagerten, obwohl dies ſonſt Brauch war. Rudolph Schenk hatte heut den Dienſt die Paare zu geſellen, nicht gerade wie es jedem der Gäſte am liebſten geweſen wäre, ſondern mit bedächtiger Rückſicht auf die Ehren, welche jeder zu fordern hatte: zwiſchen den Hofherrn und Frau Elſe die fremde Grä⸗ fin und auf die andere Seite des Landgrafen den Herrn 3 Ivo, neben die Landgräfin aber ſeinen eigenen Vater, den alten Herrn Walter von Vargula, welcher der wür⸗