Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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bei den edlen Frauen zu entſchuldigen, we unhöflich diene. Mir iſt verboten, meinen Bli⸗ Frau eures Hofes zu erheben, und ich dar treten mit geſenktem Haupt und niedergeſch gen; unlieb wäre mir, wenn ſie mich hielten.“

„Nun, beim heiligen Georg,“ rief der erſtaunt,„eure Herrin übt eine harte Herrſchaßt haben unſere Frauen ſich über niedergeſchlagenst der Gäſte und der Schildtragenden zu beklagen.“ ernſthafter fuhr er fort:„wir wiſſen den Dienſt ei verlobten Mannes zu ehren, mögen die Gäſte ſich ſtrei ten über die Farbe eurer Augenſterne.“

Mit tiefer Verneigung trat Jvo vor die Fürſtin⸗ nen, das lockige Haar, welches er nach Gebrauch ſeines Hauſes lang trug, umſäumte ein männliches Antlitz. Als er ſo ſchweigend ſtand, ruhig, von hohem Wuchs, ein Bild der Kraft und vornehmen Zucht trotz ſeiner niedergeſchlagenen Augen, da wandten ſich Alle wohlge⸗ fällig ihm zu und die Frauen im Gefolge der Fürſtin⸗ nen nickten und flüſterten einander in die Ohren. So⸗ gar die alte Dame Wendelmuth, welche den Kammer⸗ dienſt und das Hüteramt bei Frau Hedwig hatte, gönnte ihm einen theilnehmenden Blick und ſprach halblaut zu ihrem Begleiter, dem fremden Kämmerer Volko, der mit düſterer Miene unter den Thüringen ſtand:„Wahrlich, manchem von unſeren jungen Rittern wäre ſo züchtige Scham zu wünſchen,“ und dieſer beſtätigte es durch ein leiſes Brummen.

ihnen