Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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Zeige deine Kunſt, Ruprecht, mit en, damit das junge Volk auf andere Der Spielmann nickte dienſtbefliſſen, auf der Geige umher und nachdem Geiſe geſpielt hatte, begann er mit lauter fingend halb ſprechend eine lange Sage twurm, der einſt in den Steinen dieſes g hatte, und von einem fremden Ritter, der kand kam und das Ungeheuer erlegte.

riderun ſaß auf einem Steine, ſie hielt die Hände ber dem Knie gefaltet und hörte mit ſtrahlenden Augen dem kunſtloſen Geſange zu, obgleich er ihr wohlbekannt war. Auch als ſie viele Roßtritte hörte und über die Achſel blickend erkannte, daß Herr Jvo mit großem Gefolge herangerikten war und mit dem Vater ſprach, blieb ſie allein ſitzen, während die Landleute neugierig zu den Reitern traten, Grüße tauſchten, Waffen und Ge⸗ wand muſterten. Sie mahnte den Spielmann durch ihr Kepfnicken fortzufahren, bis ein Herrenpferd dicht neben ihr den Dampf aus ſeinen Nüſtern blies und eine Stimme ſie ſcherzend anredete:Guten Tag, ſtolze Friderun, der junge Mai ſitzt auf grünen Zweigen, wie kommt's, daß ihr allein auf alte Mähren lauſcht? Iſt kein friſcher Geſell zur Hand, der euch ein neues Lied 8 in das Ohr ſingt?

Friderun ſtand erröthend auf, aber ihre Brauen zogen ſich finſter zuſammen:Wenn euch die alte Sage wenig gilt, weil ſie nicht vornehm klingt, ſo wäre doch

freundlicher, wenn ihr eure Verachtung vor uns bergen