Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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Der Jüngling errö kein wenig und ſtrich eilig mit Bürſte und Hand, idem er murmelte:Keine Salbe aus Wachs und Butter vermag ſie zu zwingen. ttzerlich einen Schemel, ließ ſeinen langen Leib darauf nißher und ſah der Arbeit des An⸗ dern mit väterlichem Antheil zu. Es iſt eure erſte Fahrt unter die Mannen des Landgrafen, ſeit der Herr euch den Ritter angelegt hat, und ich ſorge um euch, mein Knabe, duß ihr uns auch Ehre macht. Denn

Soörgt nicht, Herr Henner, tröſtete der Junge, ill eurer Lehren gedenken. ch bitte dich, Lutz, fuhr der Marſchalk vertrau⸗ her fort,halte dich courtois, ſprich wenig und florire deine Rede zuweilen mit einem neuen Wort. Sage nicht Roß ſondern Pferd, und daß du mir nicht von Roßdecken ſprichſt, ſondern von Couvertüren, und vor Allem warne ich dich, daß du während des Mahls den Becher nicht öfter hebſt als dreimal und daß du dir nicht einfallen läßt, Jemandem zuzutrinken, wie du ge⸗ ſtern Abend in unſerer Companei wagteſt. Drängt euch auch nicht unter den Andern vor, Herr, laßt eure Blicke nicht unverſchämt umherſchweifen und glotzt nicht auf die Frauen, ſondern ſteht beſcheiden hinten eurer Jugend ein⸗ gedenk, denn nicht euretwegen ſeid ihr dort, ſondern um eurem Herrn die Ehre zu vermehren. Und vernehmt noch ein nützliches Wort. Unſer Herr Jvo reitet heut ungerüſtet zum Landgrafen, denn ſo iſt es Brauch bei