Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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welchem er belehnt war,

orgte ſeine Hausfrau um Mägde und ſtrafte ihre em Edelhofe herrſchte igen Fahrten umherzog. a Blicke in jede Ecke, Hufe und gönnte den Vorte je nach ihrem

mochte. Der kleine Hof lag ſeitwärts im Dorfe, Küche und Stall, ſchalt Knäblein, während der Herr und mit ſeinem Gebieter auf 1 Herr Henner warf ſeine ſchne unterſuchte jedes Roß bis auf die Knechten ſtrafende oder ermunternde Verdienſt. Längere Zeit beſchaute er hagen die neuen Gewänder, in welche die werden ſollten, die ſchöne blaue Leinwand, goldener Borte umſäumt war und die kunſtvoll a Waffenbilder des Hofes.

Endlich trat er in ein Seitengebäude, die der anſehnlichen Hofleute. Es war ein großes ſchut loſes Gemach, in einer Ecke ragte der rundliche Ofen mit ſeiner vielbegehrten Bank, der übrige Raum war mit ſtarken Tiſchen und Schemeln beſetzt, in der Höhe ſtand auf Wandbrettern kleines Hausgeräth, dar⸗ unter hingen Waffen, Harniſchtheile und anderes Rüſt⸗ zeug des Krieges und der Jagd. Am Tiſche ſaß ein junger Krieger, der ſich in einem Handſpiegel betrachtete und ſeinen Schnurrbart mit den Fingern abwärts zu drehen ſuchte.Gefällt es euch, Herr Lutz, begann der Marſchalk ſtreng,ſo ſtreicht euer Haar tiefer in die Stirn und gewöhnt ihm ſein Gekräuſel ab; nicht ohne Abſicht habe ich euch eine ſcharfe Bürſte als ein Präſent geboten. Denn übel ſtände euch heut die bäuriſche Un⸗ ordnung, wenn wir zum Hofe des Landgrafen reiten.