Teil eines Werkes 
3. Abtheilung (1874) Die Brüder vom deutschen Hause / von Gustav Freitag
Entstehung
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nützigen Mann, der ſeinem Neffen Ivo wenig C

geſchlecht herauf, welches dr waltig herrſchte, nicht nurt Heſſen und Meißen, und we Fürſtenmacht im Reiche inne

Die Edeln aber, welche ſi eines alten Helden Ingram zu an Dörfern und Höfen, welche Dienſtmannen und höriger Leute dar zerſtreut lagen; die Herren ſelbſt ſaßéen, getheilt, noch auf altem Erbe ihrer Ah zwiſchen dem Hofe von Ingersleben, in w. Ivo waltete, und zwiſchen der Mühlburg, auff Graf Meginhard hauſte, beſtand kein gutes Einve Der alte Meginhard galt für einen harte

ganz Thüringen in zwei Häuſer

gönnte, und da er ſelbſt kinderlos war, ſeinen Beſitz dem zugebrachten Sohn ſeines Weibes verlaſſen wollte, einem ungefügen Geſellen, der nicht einmal aus altem Ritter⸗ geſchlecht war. Der Graf hatte es freilich verſtanden,.

durch Hilfe der Landgrafen ſeinen Beſitz zu mehren, er 3 trug Güter von ihnen zu Lehn und ritt gern als Vaſall in ihrem Dienſt und Gefolge. Aber die Leute wußten, daß die beſte Kraft des Geſchlechtes in dem Hofe des jungen Herrn Ivo fortlebte, welcher noch nach der alten Weiſe freier Landherren auf ſeinem Grunde gebot. Ivo war fröhlich aufgeblüht, ſeine Eltern, die er kurz nach einander verlor, hatten ihn als das einzige Kind ſorglich in allem Hofbrauch erzogen; ſeit er zum Mann er⸗

wachſen war, wurde er von den Landgenoſſen als ein 1* 4