Teil eines Werkes 
4. Bd. (1875)
Entstehung
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Wenn er nur dieſen Saum hätte faſſen können!

Aber ſie wendete ſich nicht um; unaufhaltſam eilte ſie

jener Stelle zu, wo die ſchwanke Brücke den Garten

mit dem Walde verband, unaufhaltſam wie der Pfeil,

der zum Ziel fliegt... wie die Seele, die ſich aus den Feſſeln des Leibes emporſchwingt. Das eine Bild

vermiſchte ſich mit dem andern in der geſchäftig arbei⸗ tenden Phantaſie Ruprecht’s. Hatte ſie einen zu gro⸗ ßen Vorſprung oder ſah er den Weg nicht recht, daß er bald an einen Baumſtamm anrannte, bald über eine Wurzel ſtolperte und ſo durch die eigene Haſt ſich Hinderniſſe ſchuf, er erreichte ſie nicht. Immer, wie um ihn zu verlocken und zu verhöhnen, war der weiße Glanz vor ihm.

Jetzt— er athmete auf: aus dem Dickicht war ſie auf den breiteren Pfad eingebogen, in der röthlichen Dämmerung ſchwebte ſie vor ihm, keine hundert Schritte weit entfernt. Ihr blaues Tuch hatte ſie abgeworfen oder es war an einem Baumaſt hängen geblieben— lang und licht flatterte ihr Haar über den Rücken hin.

„Halten Sie ein, Silvia! Ich will Sie nie mehr

anſchauen, nie mehr anreden— nur eine Minute hal⸗ ten Sie ein! Es ſoll der letzte Blick zwiſchen uns ſein!“ ſchrie er noch.

Da war ſie am Rand der Schlucht; ihm war es,

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