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harmloſe Jugend des Menſchengeſchlechts. Welche Selbſtüberwindung müßte eine Penelope in unſern Tagen beſitzen! Sie ſelbſt hätten ſie nicht, und doch ſind Sie der Inbegriff aller Tugenden. Aber—“
„Es iſt ſchön von Ihnen, daß Sie doch wenigſtens ein Aber für mich haben und nicht lauter Duft und Schimmer in und an mir ſehen.“
„Aber freilich, die Iphigenien haben es leichter. Sie lieben Niemand.“
„In der That?“
„Oder alle— ſchweſterlich. Das iſt ein Gefühl wie Milch; es nährt die Kinder, aber weder den Jüngling noch den Mann.“
„Und geräth der Mann niemals in eine Lage, in der ihm die ſchweſterliche Zuneigung und Uneigen⸗ nützigkeit tröſtlicher und förderlicher iſt als die heftige Leidenſchaft einer Geliebten? Ich denke mir, daß Ihr Freund, wie Sie ihn mir geſchildert haben, viel leichter ſeinen Irrthum vermieden hätte, wenn ihm eine verſtändige Schweſter zur Seite geſtanden.“
„Die ihn raſch, kopfüber mit Ihrem Schützling, dem Fräulein Wolfhart, verheirathet hätte.“
„Ihm wäre dadurch eine unangenehme Enttäuſchung
erſpart geblieben.“ Frenzel, Silvia. IV. 2


