Teil eines Werkes 
4. Bd. (1875)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

heftige Frau wohlthuend berührt und gefeſſelt. Ihr Gemahl ward leicht dahin gebracht, ein nicht allzu ge⸗ räumiges, aber für einen Sommer⸗ und Herbſtaufenthalt ausreichendes, einige Meilen von der Reſidenz entfern⸗ tes Schlößchen, das gerade wegen einer Erbtheilung zum Verkauf ſtand, zu erwerben, um ſo eine Verbin⸗ dung, die von beiden Seiten gewünſcht wurde, zu be⸗ ſtärken und zu genießen.

Nun hatte der Tod jäh und unwiederbringlich Beziehungen zerriſſen, die eine Weile mit Liebe ge⸗ pflegt worden waren und ſo viel verſprochen hatten.

Wenige Wochen nach dem Hinſcheiden der Fürſtin hatte der Fürſt ſein Haus und die Reſidenz des Her⸗ zogs verlaſſen. Mit Bedauern hatte man ihn ſcheiden ſehen; aber wie hätte man es verantworten können, ihn durch Bitten in einer Umgebung und Geſelſſchaft feſtzuhalten, in der ihn Menſchen und Dinge beſtändig an ſeinen ſchmerzlichen Verluſt mahnen mußten? Durch die gereifte Männlichkeit ſeines Charakters, ſeinen fein⸗ gebildeten Geſchmack und ein gewinnendes Weſen hatte der Fürſt an dem kleinen Hofe einen bedeutenden Ein⸗ druck gemacht und eine gute Erinnerung hinterlaſſen. Dies lichte Bild erfuhr eine erſte Trübung, als von den Dienern allmälig zu den Herrſchaften aufſteigend das Gerücht ſich verbreitete, daß er mit ſeiner Gattin