Teil eines Werkes 
4. Bd. (1875)
Entstehung
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fiel ſie ſich jetzt in dem leichten Hofdienſt. Durch die

Weiſe, in der ſie ihre Pflichten erfüllte, durch die Be⸗

deutung, die ſie auch den kleinen Vorkommniſſen die⸗ ſes Treibens zu geben wußte, erhöhte ſie die Dinge

und ſich ſelbſt mit ihnen.

Die künſtleriſchen Neigungen des herzoglichen Paa⸗ res, die Theilnahme, mit der ſie allem Edlen und Schönen entgegenkamen, begünſtigten die Anſchauungen und Vorſtellungen Adelens; etwas von dem Traum ihrer Jugend, von einem idealen Muſenhofe, einer eng zuſammenhängenden, innig verbundenen Geſellſchaft guter und großgeſinnter Menſchen ſchien hier verwirk⸗ licht zu ſein. Auf die Länge der Zeit konnten ihr frei⸗ lich die Mängel dieſes Kreiſes und dieſer Form des Daſeins nicht verborgen bleiben, die Schwächen und Eitelkeiten der Menſchen, das Unzulängliche und Klein⸗ liche der Erſcheinung gegenüber der Reinheit und Voll⸗ kommenheit des Gedankens; aber in der Liebenswür⸗ digkeit und dem Stillbegnügtſein ihrer Natur betrach⸗ tete ſie die Welt durch einen roſigen Schleier. In dem ſchweren Geſchick, das ihre Familie betroffen, hatte ſie mit einem feſten Vertrauen auf die Vorſehung und die Güte einer allwaltenden Macht ſich zugleich die Fähigkeit bewahrt, an dem Kleinen ſich zu freuen und auch dem Geringſten und Unſcheinbarſten eine ſchöne