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wirkungsvoller Hintergrund dient, luſtwandelte ein ein⸗
ſames Paar.
Die Stadt iſt zu volksarm für den großangeleg⸗ ten Garten; obgleich er allen offenſteht, wird er doch nur häufiger von der Geſellſchaft des Hofes, den Künſt⸗ lern und den Fremden beſucht und hat dadurch ſeine ariſtokratiſche Stille und Würde bewahrt. Gern ruht in ihm der Geiſt des Dichters und des Malers aus, gern flüchtet in ihm die ſchöne Seele aus dem Geräuſch der Welt an das Herz der Natur.
Die zwei einſam auf den kiesbeſtreuten Pfaden Luſtwandelnden waren beſonders befähigt, ſich dieſem Eindruck ſanfter idylliſcher Schönheit hinzugeben und ihn in ſich ausklingen zu laſſen: zwei ſchlanke, vor⸗
nehme Geſtalten, wie ſie in den Rahmen dieſes Land⸗
ſchaftsgemäldes, vor dieſem ſäulengetragenen weißen Hauſe paßten: Benno von Hellburg, der Maler, und Fräulein Adele von Schmettow, die Hofdame. Benno trug einen hohen weißgrauen Hut, der weithin leuchtete und ſchon aus der Ferne anzeigte, daß ſein Träger in dieſem Augenblicke mehr Cavalier als Künſtler war. Trotz der Theilnahme, die das Fräulein ſeinen Schöpfungen widmete, fand er es nicht angemeſſen, ußerhalb ſeines Ateliers mit ihr
von der Kunſt zu ſprechen. Er beſorgte immer, da ſie 1*


