klug war und ein geübtes künſtleriſches Auge hatte, ſie möchte unbewußt eine Bemerkung fallen laſſen, die ſeinen Malerſtolz verletzte und ihn auf den Standpunkt des Dilettanten herabdrückte. Ja, wenn er ſein gro⸗ ßes Werk erſt vollendet hätte— vier idealiſche Land⸗ ſchaften, welche in feinen ſymboliſchen Zügen in der Verſchiedenheit ihrer Stimmung zugleich die Lebens⸗ alter der Menſchen andeuten ſollen— dann war auch für ihn die Zeit gekommen, ausſchließlich nur Künſtler zu ſein. Jetzt hielt er es für genügend, wenn er ſeine Begleiterin auf die maleriſche Wirkung einer vom Sonnenglanz umfluteten Baumgruppe aufmerkſam
machte und im Uebrigen ihre Unterhaltung nicht mit
Aeſthetik beſchwerte.
Mit ihrem weißſeidenen Sonnenſchirm ſchützte Adele von Schmettow ihr Geſicht gegen die ſchräg durch die Baumwipfel fallenden Strahlen; nur zuwei⸗ len bei den Biegungen des Weges ſchlüpfte ein kecke⸗ rer Strahl unter das Schutzdach und ruhte eine kurze Friſt, ſie mit mildem Roth erwärmend, auf der Wange Adelens.
Ueber die erſte Jugendfriſche war ſie hinaus; ſchön hatte man ſie ungeachtet ihres länglichen, nicht unregelmäßigen Geſichts wohl nierdals nennen können, aber ſie beſaß zwei große Vorzüge: eine tadelloſe Ge⸗
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