——xE—-õ
——e——
——
31
ließ mich dagegen von ihrem feurigen Geiſte, den die Schwierigkeiten unſerer Lage nur reizten, weit und weiter reißen. Leidenſchaftlich hatte ſie ſich zu meinen religiöſen Anſchauungen bekannt— ich fürchte, nicht weil ſie von der Wahrheit derſelben überzeugt war, ſondern weil ihre Neuheit ſie anzog; vielleicht ſpürte ſie auch in ihnen, unter heiligen Symbolen verborgen, das Wehen der Liebe. Sie hätte es nicht ertragen, daß der Mann, den ſie bevorzugte, in dem ausgefah⸗ renen Gleiſe der Alltagsmenſchen wandelte, ſie ſpornte mich zu immer kühneren Unterſuchungen an.“
„So können Sie den Einfluß dieſes Mädchens doch nur einen wohlthätigen nennen. Was wäre das Chriſtenthum ohne die Frauen! Das iſt der Vorzug unſerer Religion und die Gewähr ihrer Ewigkeit, daß in ihr allein von allen Religionen auch dem Genius
des Weibes Raum zu ſeiner Entfaltung gegönnt iſt.“
„Nur entfernte mich dieſer Drang, nach dem Wunſche der Geliebten, eine neue Leuchte der Lehre in dieſer finſtern Zeit allgemeinen Stumpfſinns zu werden, ganz von der Demuth und der Schlichtheit der wahren Jünger Chriſti. Selig ſind die Armen im Geiſt— für mich war dies tiefſinnige Wort nicht geſprochen. Stolz erhobenen Hauptes ſchritt ich vor⸗ wärts auf dem Pfade des Hochmuths. Es war mir,


