Teil eines Werkes 
3. Bd. (1875)
Entstehung
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„Sie liebten— aber welche Schuld läge darin?“

„Ich liebte die Tochter meines Wohlthäters— o, über mich Elenden! So ſchwer mich Gottes Ruthe für den Mißbrauch ſeines Namens gezüchtigt hat, ich liebe ſie noch und werde ſie ewig lieben!“

Heiße Thränen rannen über ſeine eingefallenen Wangen.

„Was ängſtigt Sie nur?“ erwiderte tröſtend Ellen.

„Heirathen in dieſem Lande nicht oft die Töchter aus den edelſten Geſchlechtern einen Prediger? Zuweilen

einen ganz unbedeutenden Mann, ohne Talente, ohne den Gotteseifer, der Sie erfüllt.“

„Es war doch für mich eine doppelte Schuld! Eine Schuld gegen den heiligen Geiſt, als deſſen Strei⸗ ter und Verkündiger ich auftrat, während es das Bild und der Name eines Mädchens waren, die mich ent⸗ flammten. Wohl redete ich in Zungen, aber es waren Zungen der Liebe und Weltgier, die aus mir ſprachen; es war der Rauſch und das Stammeln der Luſt, die

ſich für himmliſche Verzückung ausgab. Und wie ich

gegen Gott ſündigte, fehlte ich auch gegen das Mäd⸗

chen. Ich hätte ihr ſagen müſſen, daß unſere Liebe

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hoffnungslos ſei, daß ihr Vater andere Pläne mit ihr vorhätte, als ſie einem Geiſtlichen zu verloben, deſſen Vater und Mutter auf dem Gutshofe gearbeitet— ich