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kleine Gemeinde von„vornehmen Leuten“ ſich um Ti⸗ motheus bildete, Bet⸗ und Lehrſtunden von ihm abge⸗ halten wurden, fanden ſie im Hinblick auf die Samm⸗ lungen für die Armen dieſe„Muckerei“ nicht nur harmlos, ſondern auch vortheilhaft für ſich. Ueber⸗ dies ſtand Timotheus mit dem„officiellen“ Vertreter der Religion, dem Pfarrer der Gemeinde, beinahe in offenem Zwieſpalt; ſeine milde, ſchwärmeriſche Weiſe konnte ſich mit dem zelotiſchen Eifer des Mannes nicht zu gemeinſamer Wirkſamkeit verbinden. Dieſe Geg⸗ nerſchaft hatte für den Candidaten manche Reibung mit der Polizeigewalt zur Folge; dadurch ſtieg er auf der andern Seite wieder in der Meinung des Volkes. Aber wie die Männer auch über ihn denken mochten, die Frauen, reiche wie arme, waren von ſeiner Schön⸗ heit und Beredtſamkeit hingeriſſen. Doch konnte Nie⸗ mand ſagen, daß er ſeinen großen Einfluß jemals un⸗ edel angewendet habe, ſei es nun, daß ihm die Kraft zur Sünde fehlte, oder daß der Heiligenſchein ihn vor jeder Verlockung bewahrte.
Ellen war es gewohnt, mit Kranken umzugehen. Sachte rückte ſie dem Leidenden die Kiſſen zurecht und ordnete die Decke. Dabei berührte ſie ſeine Stirn
ſanft mit der Hand und er lächelte ihr dankbar ent⸗ gegen. Schon ihre Gegenwart, das Geräuſchloſe ihres


