Teil eines Werkes 
3. Bd. (1875)
Entstehung
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Die Wärterin hatte ſich die Pauſe, die damit in der Erfüllung ihrer ſchweren Pflicht eingetreten war, zu Nutze gemacht und war nach der Küche gegangen, ſich ihr Vesperbrod zu bereiten.

Von der Lampe, deren Licht noch obendrein durch einen Papierſchirm gedämpft wurde, fiel nur ein mat⸗ ter Schimmer auf den Kranken.

Das Leiden hatte das zarte Geſicht des Candida⸗ ten noch mehr verklärt. Mit dem Spitznamen des hei⸗ ligen Johannes hatten die Umwohner den Eindruck ſeiner Perſönlichkeit trefflich bezeichnet. Wie in den Legenden und auf den Bildern der Kirchen der Lieb⸗ lingsjünger des Herrn erſcheint: blondlockig, eine ſchlanke Jünglingsgeſtalt, mit ſanft gerötheten Wangen, ſo ſahen ſie Timotheus, Wohlthaten übend, mit milden Worten die Armen tröſtend, mit einer unerſchütterlichen Zuverſicht die Leidenden auf das Reich Gottes hin⸗ weiſend, ſeit zwei Jahren in ihrer Mitte verweilen. Sein Wandel war fleckenlos, ſeine Uneigennützigkeit und Freigebigkeit hatten ſie alle erfahren. Zwar lach⸗ ten die meiſten Männer des Bezirks, die ihrer Mehr⸗ zahl nach dem Arbeiterſtande angehörten und harte und rauhe Geſellen waren, über das„fromme Geſchwätz“, aber ſie ließen ſich doch in Krankheit und Noth die

Hülfe des Candidaten gefallen. Und als nun eine

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