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Es war ein mäßig großer, kahler Raum; außer einem Schreibtiſch in der Mitte des Gemachs und einem Korbſtuhl davor befanden ſich an den Wänden aufgeſtellt eine Anzahl Bücherbreter. Auf dem Tiſch ſtand hinter dem Schreibzeug, jetzt hell von dem Licht beſchienen, ein Crucifix von Elfenbein; vor dem Stuhl lag ein reichgeſticktes Fußkiſſen: das waren für Schmet⸗ tow die einzigen Spuren von Frauenfreundſchaft und Frauenwalten ringsumher. Sonſt gähnte ihn die Um⸗ gebung öde und troſtlos an. Der Ofen war kalt, vom Fenſter her wehte ein feiner Zugwind, in dem das Licht zu flackern anfing. Ruprecht ſchüttelte ſich, ihn fror; er knöpfte ſeinen Rock dichter zuſammen, ſtreckte ſich in dem Korbſeſſel aus, ſtemmte die Füße auf das Kiſſen und ſchloß die Augen.
Im Nebenzimmer hörte er ſprechen; das Bett des Kranken mußte in der Nähe der Thür ſtehen. Er un⸗ terſchied die weiche, klare, ruhige Stimme Ellen's von den haſtigen, bald laut, bald leiſe ausgeſtoßenen Wor⸗ ten des Kranken.„Pfui, ein Edelmann und horchen!“ ſagte er und ſchlug, halb vor Kälte, halb um ſich ge⸗ gen jede Verſuchung zu ſichern, den hohen Kragen ſei⸗ nes Ueberrocks empor.
In dem daranſtoßenden Gemach, an dem Bett des Kranken, ſaß Ellen.


