Teil eines Werkes 
3. Bd. (1875)
Entstehung
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5 länger verweilte, oft den Abend über allein mit den Damen verbrachte, erregte höchſtens die Neugierde der Dienerſchaft. Hier wagten wohl einige vorlaute Stimmen ein keckes Wort, daß eine Verlobung in der Luft ſchwebe, aber mit ſichtlicher Entrüſtung wieſen die Kammerzofe Irenens und der Kammerdiener des Grafen den bloßen Gedanken einer ſolchenMesallianee zurück. Um jedes Gerücht gleichſam im Keime, ehe es noch aus dem Palaſt in die Oeffentlichkeit gedrungen war, zu erſticken, kam zur gelegenen Zeit Kurt von ſeinem pommerſchen Gute in die Stadt. Ein Brief ſeines Vaters hatte ihn herbeſchieden; Kurt's Zuſtim⸗ mung zu ihrer Heirath ſollte alle Zweifel unterdrücken, die ſich noch je zuweilen in Irenens Seele regten. Da Bruno und Kurt ſchon vordem eine gewiſſe Nei⸗ gung zueinander gefaßt hatten, konnte unter dem

Deckmantel dieſer Freundſchaft der Verkehr der beiden

Verlobten, unbeargwohnt von der Geſellſchaft, fortge⸗ ſetzt werden.

Trotz ſo vieler Vorſichtsmaßregeln, ſo dichter Schleier wäre die Wahrheit vielleicht Schmettow nicht entgangen, hätte er für Bruno's Haſt und die Sucht, ſich aus einem Vergnügen in ein anderes zu ſtürzen, nicht eine untrügliche Erklärung zu beſitzen geglaubt. Es war ſo natürlich, daß die Liebe einem ſo gutmüthigen,

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