Teil eines Werkes 
2. Bd. (1875)
Entstehung
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Sie, ihm einmal ſo nahe, nicht über ſeine Schwelle ſchritten.

Das nenn ich Galanterie, lachte der Graf.

Ich thu' es gern, flüſterte Irene demehingeriſſe⸗ nen Bruno zu.

Indem ſie ihrem Vater den Arm gegeben, hatte ſie einen raſchen Blick mit ihm gewechſelt.

Ich gehorche, las er ohne Mühe in ihren Au⸗ gen, und des Erfolgs gewiß, hob er den Kopf, den er bisher ein wenig niedergebeugt gehalten, ſtraffer und freier empor.

Was die Nacht in ihr vorbereitet, hatte der Be⸗ ſuch bei Ellen, die kurze Spazierfahrt, das lange War⸗ ten vor dem gelben Schloſſe in Irenen gereift. Nach der grauſamen Täuſchung, welche die unſinnige Leiden⸗ ſchaft ihres Herzens erfahren, auch noch Entbehrung und Verlaſſenheit zu ertragen, in beſchränkten Ver⸗ hältniſſen von den Erinnerungen früheren Glanzes ver⸗ folgt zu werden, ohne Hoffnung und Genuß weiter zu leben: es war zu viel. Eher hätte ſie ſich noch ent⸗ ſchließen können, im Siechenhaus zu Bethanien, nach zerſtörtem Daſein, Krankenpflege zu üben.

An Bruno's Seite, darin hatte der Vater Recht, ſetzte ſie ihr bisheriges Leben in größerer Freiheit und in einem unerſchütterlicheren Wohlſtand fort. Einen