478
Heute hätte er noch lange in dem angeſchlagenen Ton fortreden können, der Zwieſpalt zwiſchen ſeinen Worten und ſeinen Thaten würde Bruno kaum berührt haben. Der junge Mann war ganz bei der Auseinan⸗ derſetzung ſeiner Baupläne, freilich in der ſtillen Hoff⸗ nung, damit die Unterhaltung in die Länge zu ziehen und von jedem wichtigeren Gegenſtande fernzuhalten.
Wie alle unentſchloſſenen, mit fein empfindender Seele begabten Menſchen liebte er es, die Kataſtrophe hinauszuſchieben und eine Entſcheidung mehr von dem Zufall als von ſeinem eigenen Willen abhängig zu machen. Das Geſchäft wegen der Kohlengruben
konnte ja von den beiderſeitigen Notaren morgen, übermorgen abgeſchloſſen werden.
Von dem Gedanken, aus den drei aneinander ſtoßenden Zimmern im Erdgeſchoß einen geräumigen Saal herzuſtellen, war der Graf entzückt; nur hätte er ſtatt der Landſchaften die bekannten pompejaniſchen Figuren, Tänzerinnen und Muſen, Centauren und Faune, mit einem Arabeskenkranz von Blumen und Liebesgöttern vorgezogen.
Als Liebhaber von Alterthümern betrachtete er ſorglich den großen Schrank im Zimmer Martin
Greif's und nahm in dem Seſſel ihm gegenüber Platz.
Gehen und Sehen hatten ihn müde gemacht.
—
—


