Teil eines Werkes 
2. Bd. (1875)
Entstehung
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deſſelben ergründen. Des Buches war dann nicht weiter gedacht worden. Heute indeſſen war Bruno in der Stimmung, aus den Aufzeichnungen ſeines Vaters ſich Anhalt und Leitung ſeines Lebens zu ſuchen. Keiner der Diener konnte ihm ſagen, wo das rothe Buch geblieben; ſie entſannen ſich ſeiner kaum. An eine Veruntreuung war nicht zu denken, nur für den Sohn hatten dieſe Blätter Werth, nur er verſtand die oft ſo kurzen Andeutungen, eine hingeworfene Anſpie⸗ lung. Ein feindlicher Zufall mußte es gerade in der Stunde vor ihm verſteckt haben, wo er ſeiner ſo ſehr bedurfte. Von Niemand, außer von ſeinem Herzen, ſollte er über die Geſtaltung ſeiner Zukunft Rath und

Entſcheidung nehmen.

Trotz ſeiner weltmänniſchen Glätte und Erfahrung traf der Graf Reinsberg, als er bald nach drei Uhr vor dem gelben Hauſe vorgefahren und von Bruno empfangen worden war, im Beginn der Unterhaltung nicht den leichten und freien Ton, der ihm ſonſt zu Gebote ſtand. Das unerwartete Verſchwinden Bruno's von ſeinem Feſte, die halben und unſicheren Antworten Irenens hatten ihn ſtutzig gemacht; Bruno's Befangen⸗ heit und Haſt waren wenig geeignet, das Vertrauen des Grafen auf die Durchführung ſeines Plans zu ſtärken.