Teil eines Werkes 
2. Bd. (1875)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—*

1 171

gehen zu laſſen. Darüber konnte kein Zweifel ſein, daß eine Gräfin Reinsberg ſeinem Hauſe einen helleren Glanz verleihen würde als Clara Wolfhart.

Läſſig und verdrießlich hatte Bruno ſeine Geſchäfte in den Morgenſtunden in ſeinem Bureau und in der Fabrik vollendet und war, von ſeiner Unruhe und Unzufriedenheit getrieben, früher als gewöhnlich nach dem gelben Hauſe wieder hinausgefahren.

Ungeduldig zählte er die Minuten bis zu der Ankunft des Grafen, und doch mußte er ſich ſagen, daß er wenig vorbereitet ſei, auf einen beſtimmten Antrag mit einem entſchiedenen Ja oder Nein zu antworten.

Hin und wieder griff er das eine und das andere Buch auf, um durch die Lectü re ſich zu ſammeln oder zu zerſtreuen. Aber er vermochte nicht ſeine Aufmerkſamkeit länger auf einen Punkt zu richten und begann eine Wanderung durch die Zimmer; er hatte überdies dem Grafen verſprochen, ihn in ſeine Baupläne einzuweihen. So war er auch in das pompejaniſche Gemach gekommen.

Flüchtig blickte er ſich darin um; bald ſollte es eine durchgreifende Aenderung erfahren und mit dem Speiſezimmer, das Bruno zu klein und gedrückt er⸗ ſchien, zu einem großen Saal mit hohen Fenſtern nach dem Garten vereinigt werden; Landſchaften, die Benno