Teil eines Werkes 
1. Bd. (1875)
Entstehung
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Talent aus. Er hatte ein feines und ſcharfes Auge

für die Beobachtung, eine glückliche Hand für die Wiedergabe der landſchaftlichen Natur. Seine Bilder, ſo wenig ſie ihn ſelbſt zufrieden ſtellten, erhielten und verdienten Lob und Ruf. Das Unglück war wieder nur, daß er nicht ausſchließlich ein Landſchaftsmaler werden konnte; daneben blieb er der geiſtreiche, vielge⸗

wandte Edelmann, der an dem kleinen thüringiſchen

Herzogshof ſowohl wegen ſeines Namens wie um ſeiner liebenswürdigen Perſönlichkeit, ſeiner Unterhaltungs⸗ gabe und der Fülle mannichfacher Kenntniſſe willen wohl gelitten war. Oft genug wollte er den Kammer⸗ herrnfrack ausziehen und dafür den Sammtrock des Malersauf immer anlegen, aber diesauf immer dauerte niemals länger als bis zum nächſten Hoffeſt, und mit dem Gedanken, daß auch in ſeiner Bruſt zwei Seelen wohnten, legte er ſeufzend Pinſel und Palette nieder, um ſich zu der Geſellſchaft vorzubereiten. Jedes

Leben ſchließt ein geheimnißvolles Räthſel in ſich, das

ſeine ging vermuthlich mit der ewigen und nie gelöſten Frage hin: wozu ihn eigentlich die Natur beſtimmt habe?

An dieſem Abend indeſſen ſchwieg ſein Gewiſſen und forderte keine Rechenſchaft von ihm, ob er als Baron den Tag verloren oder ihn als Malerver⸗ ſchmiert.