Teil eines Werkes 
5. Bd. (1873)
Entstehung
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Mit welchen Ehrenbezeigungen, mit welchem An⸗ flug liebenswürdiger Ritterlichkeit Napoleon auch ſeiner jungen Gemahlin begegnete, die Sympathie des fran⸗ zöſiſchen Volkes vermochte er ihr nicht darzubringen. Für die Menge war dieſe Heirath der ſichtbare unwider⸗. legliche Beweis ſeines Bruchs mit der Revolution Bisher, was er auch gethan, für ſein Heer, für die Volksmaſſen war Napoleon der Sohn der Revolution geblieben. Sie liebten in ihm den Kaiſer, den ſie ſich ſelbſt gemacht, den Götzen, den ſie ſich erhöht. Er war das Schild und das Schwert der Grundſätze des Be⸗ freiungsjahres 1789. Indem er eine Verwandte der noch immer gehaßten Marie Antoinette zu ſeiner Ge⸗ mahlin erhob, ſchien er ſich feierlich von der Revolution loszuſagen.

Die ernſtern, die gebildetern Männer Frankreichs hatten längſt die Selbſtſucht als die einzige Triebfeder aller ſeiner Handlungen, ſeine angebliche Vertheidigung der Ordnung und Freiheit als die betrügeriſche Maske die er vorgenommen, ſein eigenes Volk zu täuſchen und die fremden Könige zu erſchrecken, erkannt; jetzt dämmerte auch in den Andern dieſe Ueberzeugung auf. Der einfache geſunde Sinn ſtieß ſich an der nackten Rohheit der Thatſache, daß der wilde Sieger die Toch⸗ ter des Beſiegten an ſich riß, noch ehe auf dem March⸗