Teil eines Werkes 
4. Bd. (1873)
Entstehung
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Vertheidigung ſeines heimiſchen Herdes, ſeiner heiligſten Güter erhebt! Dieſe Kämpfe ſind für mich die Mor⸗ genröthe unſerer Befreiung. Haben wir auch diesmal verſpielt, ein ſolches Volk kann nicht verderben, kann nicht untergehen!

Aber wie groß der Erfolg auch war, einen ge⸗ wiegten Mann, der über das geſammte Schachbret ſchaute, blendete er nicht. Aus dem in Zuaim abge⸗ ſchloſſenen Waffenſtillſtande, aus geheimen Botſchaften, die aus dem Heerlager in Ungarn den Weg zu ihm

fanden, aus den in immer ſtärkern Schaaren ſich um

Tirols Grenzen, den Innſtrom entlang, ſammelnden Franzoſen und Baiern erkannte Wolfsegg die Vergeb⸗ lichkeit eines fernern Widerſtandes, in allen Maßregeln, die auf öſterreichiſcher Seite getroffen wurden, die Vor⸗ boten des Friedens. Um ſeinerſeits dazu beizutragen, daß bei dem Abſchluß deſſelben die Verſprechungen ge⸗ halten würden, die der Kaiſer Franz den Tirolern in

feierlicher Weiſe wiederholt gemacht, ſcheute Wolfsegg⸗

die Beſchwerden und Gefahren einer abermaligen Reiſe durch die franzöſiſchen Linien nicht. Ihm unbewußt blickte es durch ſeine Erzählungen hindurch, wie dies abenteuerliche Leben ihn angezogen und den Gram ſeiner Seele zerſtreut habe. In ſeinen Streifereien hatte er zugleich den Sturz ſeiner Hoffnungen, das