haben würde, hätte man ſie im Beginn rückſichtslos ergriffen und nicht nur in Proclamationen, ſondern durch Thatſachen anerkannt und ausgeführt. Wolfsegg, der ſtets dieſe Meinung vertheidigt und dieſe Führung der Angelegenheiten empfohlen hatte, konnte ſich ſomit der Aufgabe, die ihm geſtellt wurde, nicht entziehen. Noch in der Nacht verließ er das Heer und eilte durch
das ſüdliche Böhmen an die Donau. Abſichtlich ver⸗
breitete man das Gerücht ſeines Todes. An einem von den Franzoſen nicht bewachten Punkte glückte es ihm, hinüberzukommen. Verkleidet entging er ihren Spähern, ihren Soldaten in den Städten. Einmal in den Ber⸗ gen ſüdweſtwärts vom Traunſee, war er geborgen. Hier kannte, verehrte, liebte ihn der Bauer, der Jäger, der Hirt wie der Pfarrer.
Während Egbert in hoffnunglos ſcheinender Krank⸗ heit darnieder lag, hatte der Graf in den Tagen vom fünften bis zum vierzehnten Auguſt den ſieg⸗ und ruhm⸗ reichen Gefechten der Tiroler gegen den Marſchall Lefebvre beigewohnt, die den übermüthigen Mann in ſchmählichſter Zerrüttung ſeiner Heermaſſen zur Flucht aus dem Lande zwangen.
„Da haben wir geſehen“, rief Wolfsegg in Er⸗ innerung daran mit leuchtenden Augen,„was ein Volk
vermag, das ſich einmüthig, dem Tode trotzend, zur


