206
Schlachttage der Erzherzog Karl einen Kriegsrath um
ſich verſammelte und zugleich mit dem Rückzug des ) 6* 3 5 8
Heeres auch die allgemeine Lage des Reichs, die Mög⸗ lichkeit einer Fortſetzung des Kriegs in Betracht ge⸗ zogen ward, erſchien es wünſchenswerth, einen vertrau⸗ ten, erfahrenen und entſchloſſenen Mann nach dem auf⸗ ſtändiſchen Tirol zu ſenden. Der Kampf Andreas Hofer's und ſeiner heldenmüthigen Genoſſen erregte die Bewunderung aller; die Frage war nur, ob von dieſen Bergen und Thälern aus ein entſcheidendes Unterneh⸗ men gegen die Rückzugslinie Napoleon's verſucht wer⸗ den könnte. Daneben galt es, die Bauern in ihrem Widerſtande zu beſtärken; nicht ohne die größte Rück⸗ ſicht auf ſie, ihr Land und ihre Gewohnheiten und Gerechtſame zu nehmen, ſollte Frieden geſchloſſen werden.
Der geeignetſte Mann für eine ſolche Sendung war der Graf Wolfsegg. Ihn ſchreckte die Gefahr nicht; mit Land und Leuten war er bekannt. Wäh⸗
rend der Vorbereitungen des Kriegs, bei den heim⸗
lichen Zuſammenkünften und Verabredungen hatte er eine einflußreiche Rolle geſpielt; neben jenem Teimer aus Klagenfurt war der rothbärtige Pater Marcellus einer der Führer und Redner der Bauern. Zu ſpät entſchloß man ſich im Hauptquartier zu einer Politik des Volkskriegs, die ganz andere Früchte getragen


