köſtlichen Inhalt vergiftet; ſo vergiftete der Argwohn Magdalenens Herz.
Wo war Aufrichtigkeit, Wahrheit in dieſer Welt ſchmählicher Täuſchungen? Was zögerte ſie noch, den Staub dieſes Hauſes von ihren Sohlen zu ſchütteln und der Lüge zu entfliehen? Nicht hier unter Fremden, an der Seite ihrer kranken, ihrer verlaſſenen Mutter war ihr Platz. Wenn die Sünde ihres Vaters an der Unglücklichen auch nur zum kleinſten Theile gut zu machen war, durch die Liebe der Tochter allein konnte es geſchehen. Nicht ein friedliches glückliches Leben war ihr beſtimmt, in Buße und Unruhe würde ſie den Reſt ihrer Tage verbringen.
Dem tiefbekümmerten, leidenſchaftlich gerade in den Wurzeln ſeines Seins und Denkens bewegten Mäd⸗ chen ſchien es, als müſſe der Tod Erbarmen mit ihr haben und ſie bald aus dieſem Thal der Thränen, des Scheins und der Falſchheit befreien. Was iſt dieſe Welt anders als ein Traum, der, ſchön beginnend, zu⸗ letzt mit grauſamen Schrecken die beſtürzte Seele ängſtigt!
Ein Klopfen an der Thür ſtörte ſie aus ihren finſtern Gedanken. Der draußen Stehende mochte ſchon mehrmals vergeblich angepocht haben, denn jetzt rief eine Stimme, die ſie, ach! nur zu genau kannte, ihren Namen.


