Er iſt gar nicht häßlich, und doch, ſieht er nicht aus wie ein Schulmeiſter?“
Antoinette hatte ſich aufgerafft.
Jawohl, Egbert wie Wolfsegg, es waren trockene Schulmeiſter, ohne Phantaſie und Leidenſchaft. Wollte ſie ſich durch ihre Grillen den vollen freien Genuß des Daſeins verkümmern laſſen?
„Wie ſchön biſt Du!“ rief die Freundin bewun⸗ dernd aus.„Eins fehlt Dir noch, und Du mußt es haben: ein Lorbeerkranz. Dann wirſt Du wie eine kranzſpendende Victoria ausſehen. Wenn Du dem
Kaiſer Deinen Kranz reichſt, wird er es für ein glück⸗ verheißendes Vorzeichen halten.“ „Thörin!“ entgegnete Antoinette. Aber es war ihr kein Ernſt mit der Abwehr. Indem ſie der Freundin nachgab, erfüllte ſie nur ihr Geſchick und ihren eigenen Wunſch. Sie wollte Napoleon's Victoria ſein, gleichviel, über wen er ſeine Siege gewänne! Indeſſen wanderte Egbert durch die Straßen ſei⸗ nem Gaſthauſe zu. Es war ſein letzter Gang durch Paris, wie er glaubte; ein kalter, feuchter, trüber Gang. Ein feiner, durchdringender Regen rieſelte nieder. Die Außenwelt ſtimmte zu ſeinem Innern. Er


