Teil eines Werkes 
3. Bd. (1873)
Entstehung
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Sie ſchätze, auch nach dieſer Stunde mich Ihrer gern und freundlich erinnern können.

Gute Nacht, Gnädigſte!

Er ging.

Sie ahnte nicht, daß ſie ihm des Lebens ganze Bitterkeit credenzt. Dennoch war ſie verſtimmt. Sie mußte ſich niederſetzen und das Geſicht mit den Händen bedecken, die Thränen drohten ihr aus den Augen zu ſtrömen.

Ganz ungeſtraft brechen wir nicht mit den Ein⸗ drücken und Ueberzeugungen unſerer Jugend. Wie ver⸗ körpert, leibhaftig geworden waren ſie in Egbert noch einmal vor ſie hingetreten. Zum letzten Mal! Als die Thür ſich hinter ihm ſchloß, hatten ſie auf immer Ab⸗ ſchied von ihr genommen. Finſter, unergründlich gähnte ſie die Zukunft an.

So traf ſie die junge Gräfin Mortigny.

Iſt er endlich gegangen, der Störenfried? lachte ſie.Auch war es die höchſte Zeit. Sieh nur, welch prächtigen Veilchenſtrauß Dir Cambacérès ſendet. Veil⸗ chen aus Parma; er will ſeinem Namen als Herzog von Parma Ehre machen. Sind dieſe neugebackenen Edelleute mit ihren Titeln lächerlich! Sieh doch nicht ſo grämlich aus! Gewiß hat Dir dieſer Herr Heim⸗ wald wieder mit deutſchem Nebel den Himmel verhängt.

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