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war ein Fräulein von Gondreville⸗Wolfsegg unter ſo vielen vornehmern und reichern Damen keine durch ihren Rang beſonders ausgezeichnete und hervorragende Erſcheinung geweſen; am Hofe der Tuilerien waren dagegen die echten Adelsblumen noch immer dünn ge⸗ ſäet und jede neue umworben und angeſtaunt. Plötz⸗ lich fand ſich Antoinette ſo im ſtrahlendſten Glanze, in der Nähe der Majeſtäten, Egbert war in der dunklen Maſſe des Volkes untergetaucht.
In der erſten Zeit ihres Aufenthalts hatte ſie die Sorge um ihren Bruder beſchäftigt, jetzt drängte ein Feſt das andere und jedes hatte für ſie ſeine Mühe, ſeinen Verdruß und ſeine Wonne. Auch fühlte Egbert, ohne daß je ein Wort darüber zwiſchen ihnen gefallen wäre, daß ihre Seele ſich immer mehr Napoleon nähere, je weiter die ſeinige ſich von ihm entferne. An den boshaften Beſchuldigungen Zephyrinens war Alles Lüge, aber das konnte er vor ſich ſelbſt doch nicht wegleugnen, daß ſich eine vollſtändige Wandlung in den Empfin⸗ dungen und Anſichten Antoinettens vollzogen.
„Schöner Stern, willſt du mir ganz verſinken?“ fragte ſich Egbert auf dem Wege zu dem Hauſe der Mortigny.
Es war in den erſten Abendſtunden; die Däm⸗ merung fing an, die Stadt einzuhüllen. Noch ſchim⸗


