Teil eines Werkes 
3. Bd. (1873)
Entstehung
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Luft einzuathmen, ſein Herz vor Magdalenen, dem Grafen, dem Freunde auszuſchütten, wurde ihm mit jeder Stunde mehr Bedürfniß. Zu lange blieben ihm die Briefe aus, zu langſam gingen ihm die ſeinen. Dieſer ſchriftliche Verkehr, der anfangs ſeine Luſt ge⸗ weſen, wurde ihm allmälig zur Pein. Mit der Krank⸗ heit des Heimwehs hatte ſich jetzt die Furcht vor den Berfolgungen, vor den Ränken Vittorio's eingeſtellt. Es war ihm, als müſſe er durch ſeine Gegenwart einen hinterliſtigen Streich des Ritters von der Ge⸗ liebten abwenden.

Eine ſchwere Pflicht hatte er noch zu erfüllen: Abſchied von Antoinetten zu nehmen.

Wie ſo ganz anders hatte ſich in dieſem Paris ſein Verhältniß zu der ſchönen Gräfin geſtaltet, als ſeine Phantaſie es ſich ausgemalt. Gegen ſeine Hoff⸗ nungen, vielleicht ſelbſt gegen die Wünſche des Grafen Wolfsegg. Nicht näher zuſammengebracht hatte ſie die Fremde, ſie hatte ſie auf immer von einander getrennt. In dieſer Stadt der Freiheit und der Gleichheit hatte ſich der Unterſchied der Geburt und der Stellung, der Antoinette von Egbert ſchied, mächtiger als in Wien und im Schloſſe der Wolfsegg erwieſen. Trotz der Revolution bewahrten die Mortigny die hochfahrende Art des alten franzöſiſchen Adels. In der Hofburg